Manchmal ist eine völlige Abkehr vom bisherigen Lebensalltag notwendig, um sich auf neue Wege einlassen zu können. Gerade Jugendliche, deren bisheriges Leben hauptsächlich von Misserfolgen und Negativrückmeldungen geprägt war, können von einer Intensiv-Auszeit positiv erreicht werden.

Diese intensive 1 : 1 - Begleitung richtet sich insbesondere an Jugendliche

  • für die (noch) kein pädagogisch richtiger Platz in einer Jugendhilfeeinrichtung gefunden wurde, oder
  • mit krimineller Vergangenheit, oder
  • mit Depressionen, oder  mittelschweren bis schweren psychischen Störungen.

Das übergeordnete Ziel dieser intensiven Maßnahmen ist es, für den jungen Menschen seinen Platz zu finden, an welchem er sich wohl fühlt und auf den er sich einlassen kann. Dadurch soll vermieden werden, dass es er weitere Abbrüche erfahren muss und weiterhin sein "zu Hause" regelmäßig wechselt.

Dabei begleiten wir die jeweiligen Jugendlichen individuell und intensiv auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung und unterstützen sie hinsichtlich ihrer sozialen Integration mit zwei verschiedenen Hilfeformen:

Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung an einem festen Standort

(für Mädchen und junge Frauen)

Immer wieder gibt es Jugendliche und junge Erwachsene, für die es schwer ist, einen geeigneten Jugendhilfeplatz (oder auch andere Lösungen) zu finden, bzw. die sich im Rahmen der Jugendhilfe aktuell an "ihrem Platz" nicht zurechtfinden und so für eine Gruppe nicht tragbar sind.

Auch diese jungen Menschen haben ein Recht darauf, sich frei zu entfalten und sich zu entwickeln. Auch sie wollen ihr Leben in den Griff bekommen, akzeptiert und nicht abgewiesen oder weggeschoben werden.

In einer intensiven Einzelbetreuung erkundet eine pädagogische Fachkraft mit der Jugendlichen deren emotionale, psychische und physische Grenzen. Perspektiven und Wünsche werden erarbeitet und ausgedrückt.

Über mehrere Wochen - im Einzelfall bis zu mehreren Monaten - wird die Jugendliche gemeinsam mit einer pädagogischen Fachkraft und deren wesensgeprüften Hund erleben, dass sie weiter gehen kann, als sie jemals geglaubt hat. Gemeinsam werden Ziele erreicht, die die Jugendliche niemals zu schaffen angenommen hätte, wobei die Anerkennung durch das Tier die Kommunikation und Interaktion unterstützen. Durch diese Erfahrung wird sie sich besser einschätzen, ihre Ziele abstecken und mit uns besprechen können.

Gleichzeitig wird die Jugendliche erfahren, dass Erwachsene nicht immer über allen Dingen stehen. Die begleitende Pädagogin wird sich auf den gleichen Weg machen wie die Jugendliche selber und alles ebenso erleben. Beide werden den gleichen Bedingungen und  Anforderungen ausgesetzt.
Der junge Mensch lernt so am Modell, sich schwierigen Situationen zu stellen und nicht aufzugeben. Er lernt, ein Problem zu erkennen, zu benennen und zu lösen.

Diese intensiven Hilfen werden gemeinsam mit der Jugendlichen geplant und organisiert, so dass ihr deutlich wird, dass ihre Meinung uns und für die Maßnahme wichtig ist. Auch das Ziel wird mit der Jungendlichen zusammen formuliert und vereinbart.



Kurzzeit-Reiseprojekte

Intensive Lern- und Erfahrungsmaßnahme über einen Zeitraum von 10 – 50 Tagen mit dem Schwerpunkt natursportlicher Aktivitäten zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Kanu oder dem Segelschiff für Mädchen und Jungen von 14 bis 18 Jahren.

Dabei soll die/der Jugendliche insbesondere

  • positive eigene Ressourcen und Stärken erkennen und erleben;
  • eine positive Lebenseinstellung bekommen;
  • eigene Schwächen akzeptieren;
  • Abstand von der vorherigen negativ belasteten Situation gewinnen;
  • ungewisse und bisher unbekannte Situationen einschätzen lernen;
  • die Stärken der Natur (Wetter, Wind, Wasser) erleben und somit eigene körperliche und ggf. auch psychische Grenzen erkennen;
  • lebenspraktische Fertigkeiten und Fähigkeiten erlernen;
  • ein Wir-Gefühl entwickeln und
  • Anerkennung und Wertschätzung erfahren.

 Darüber hinaus kann diese Form des pädagogischen Alltags zu weiteren Lernzielen führen, die vor allem kognitive und soziale Aspekte enthalten. So kann durch das Leben unter relativ spartanischen Bedingungen und dem sich verständigen müssen mit der Natur die/der Jugendliche lernen

  • in komplexen Zusammenhängen zu denken;
  • Selbstvertrauen zu gewinnen;
  • sich von alten Gewohnheiten zu lösen;
  • Bedürfnisse aufzuschieben und durchzuhalten;
  • Hilfsbereitschaft  und Rücksichtnahme zu zeigen;
  • Ängste zu überwinden;
  • zu kooperieren, und nicht zuletzt
  • Leistungsbereitschaft zu zeigen.

 

Durch die klaren Mechanismen des Alltagsablaufs entwickelt  die/der Jugendliche Vertrauen in seine und die Handlungen der/des pädagogischen BetreuerIn zu setzen und dadurch auch schwierige Situationen zu meistern.


Kontakt: Iwan Miene 05772 / 564-303